Geschichte des Hauses

Ein Gasthaus mit Geschichte

Das Gebäude wurde Anfang 1851 von seinem ersten Wirt Heinrich Althoff erbaut und unter dem Namen „Zur Waldschänke“ eröffnet. Noch heute kann man seine Initialen H und A über der Eingangstür entdecken. Als Althoff 1885 starb, übernahm ein Gastwirt Namens Kessler die Gaststätte. Kessler führte diese bis zum Jahre 1909, bis ein Herr G. Mannebach das Haus erwarb. Dieser verschwand jedoch in einer Nacht und Nebel Aktion in die USA. Daraufhin ging das Gebäude auf dem Lerbacher Kutschweg an den späteren Bergisch Gladbacher Bürgermeister Johann Odenthal.

 


Familie von Siemens/Zanders

Der Papierfabrikant Richard Zanders und seine Frau Anna von Siemens lassen durch den Münchner Architekten Gabriel Seidl das heutige Schloß Lerbach errichten und beziehen es 1900. Danach kaufte das Ehepaar Zanders nach und nach um Lerbach herum alle Grundstücke auf, die zu haben waren und brachte einen Besitz von 1.476 Morgen zusammen. Die angrenzende Gaststätte blieb jedoch unverkäuflich. Der Bürgermeister Odenthal ließ sich nicht erweichen und besaß den Zanders gegenüber die Frechheit, das Haus 1918 nach sieben Jahren Pächterschaft an Bernhard Schwäke zu veräußern.

 


 

Familie Schwäke übernimmt das Gasthaus

Bernhard Schwäke wurde 1881 in Aurich, Ostfriesland, geboren und landete als gelernter Kirchenmöbelschreiner auf der Wanderschaft als Geselle auch in Bensberg. Hier arbeitete er als Schreiner in der Bensberger Firma Dahlen und kellnerte nach Feierabend im“Kaiser’sch Baach“ an der Gladbacher Straße. 1911 pachtete er zusammen mit seiner Ehefrau Maria das Gasthaus „Zur Waldschenke“ am damals noch schmalen und ungepflasterten Lerbacher Kutschweg, der heutigen Ommerbornstraße.

 


Eine Ikone übernimmt

Die Tochter des Ehepaars Schwäke, welche wie ihre Mutter, Maria hieß, übernahm das Lokal 1948 von ihren Eltern. Während der Zeit von Maria wurde das Lokal immer populärer, nicht zuletzt wegen ihrer offenen Art. Aber auch die familiäre Atmosphäre im Lokal mit den zwei Wirtsräumen in denen es eine kleine Theke und insgesamt sieben Tische gibt, heißt Gäste willkommen. Jeder hier kennt jeden und fremde Gäste werden skeptisch gemustert und vorsichtig ausgefragt. Es ist nicht unüblich, dass sich die Gäste selber ihr Bier zapfen und die Striche auf dem Bierdeckel selbst zusammenrechnen. Auch am Radioknopf wird nach Bedarf herumgedreht. Bei Maria Schwäke und ihrem Dackel Whiskey geht es unkompliziert zu. Auch am Ruhetag steht die Tür offen. Über die Jahre wurde das kleine Gasthaus ein fester Bestandteil von Sand und wurde für die Sander „Us Kneip“. Die Wirtin die in Kittelschürze und Strickjacke bekannt ist wurde liebevoll „Mariechen“ genannt. Diese wiederum titulierte ihre Gäste mit „ihr Jecken, do“, was nicht weniger herzlich gemeint war. Maria Schwäke betrieb das Gasthaus mit Hilfe ihrer Schwägerin Anni Schwäke und ihres Neffen Berhard Schwäke bis zu ihrem Tod im Jahre 1992. Da Maria keine eigenen Kinder hatte, erbte ihr Neffe Bernd Schwäke das Gasthaus, in dessen Besitz es sich bis heute befindet. Zudem ist Maria noch heute Teil vieler Geschichten, die von der älteren Generation von Bergisch Gladbach erzählt werden.

 


 

Die heutige Generation Schwäke

Nach der Übernahme von Bernd Schwäke im Jahr 1992 wurde das Gasthaus erstmals erweitert. Nachdem der Anbau 1993 fertiggestellt wurde, eröffnete das Restaurant wieder mit der Taufe der Tochter von Bernd und Angelika Schwäke. Den Betrieb übernahm der Pächter Holger Bauer, welcher das Lokal bis 2017 erfolgreich führte. Auf Grund eines Brandes in der Küche musste die Gaststätte für einige Monate schließen. Schon vor dem Brand wurde das angrenzende ehemalige Wohnhaus von Anni Schwäke umgebaut, um die Gaststätte wieder um zwei Gasträume zu erweitern. Momentan können in der Gaststätte bequem ca. 120 Gästen Platz nehmen, in der früher nur sieben Tische Platz fanden. Ab dem 23. März 2018 übernahm Dominik Eßer, der schon seit Jahren Küchenchef im Gasthaus Schwäke war, die Pächterrolle. Das Service-Team um Simone und Holger Bauer bleibt bestehen und Dominik arbeitet weiterhin als Koch im Restaurant. Zudem befindet sich das Gebäude 2018, seit 100 Jahren im Besitz der Familie Schwäke.